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Pythons und Boas

Über Pythons und andere - Eine kurze Einführung

Jaguarpython

…und vor der Wissenschaft war die Mythologie.
Aus dieser, genauer gesagt: aus der Griechischen Mythologie, leitet sich der Name Python ab. Hier ist Python jedoch mehr Drachen als Schlange und ihm oblag es, das Orakel von Delphi zu bewachen. Python, Abkömmling einer Liaison zwischen Gaia, der griechischen Mutter- und Erdgöttin und dem Schlamm, der zum Ende des so genannten Goldenen Zeitalters übrig blieb, war selbst mit seherischen Fähigkeiten ausgestattet, wurde aber von Apollon getötet, was diesem verständlicherweise einigen Ärger mit der Göttin einbrachte. Zu Ehren Pythons nannte man die wahrsagenden Priesterinnen in Delphi künftig Pythien.

Aber nun wieder zurück auf den harten Boden der Fakten: Wissenschaftlich-systematisch gesehen gehört der Python einer Unterfamilie aus der großen Familie der Riesenschlangen (Boidae) an. Allerdings ist diese Einteilung nicht ganz unumstritten: Oft ist auch von einer eigenen Familie, den so genannten Pythonidaen, die Rede, die sich parallel zu den Boidaen entwickelt hat. Wie man es auch sehen mag - fest steht, dass wir heute von 8 existierenden Unterarten ausgehen können, wovon die bekannteste wohl die der Eigentlichen Pythons ist, deren Mitglieder in jeder Beziehung für Rekorde sorgen: Sowohl die Giganten und Schwergewichte der Schlangenwelt (Netzpython und Tigerpython) gehören mit zu dieser Gattung, wie auch die in der Terraristik beliebtesten Vertreter der Pythonidaen, die Königspythons, die maximal 1, 50 Meter lang werden. Neben den Eigentlichen Pythons ist die Gattung der Morelia (auch als Rautenpython bezeichnet) die mitgliederstärkste.

Morelia viridis

Übrigens: DER Python ist immer(!) männlich - zumindest, was die korrekte Schreibweise angeht und auch wenn ER biologisch vielleicht eine SIE sein mag. DIE Königspython z.B. gibt es also nicht. Der Python ist ein Bewohner der Alten Welt, wobei sein hauptsächliches Verbreitungsgebiet Afrika und Asien umfasst. Auf dem amerikanischen Kontinent und auch bei uns in Europa kommt er nicht in der freien Natur vor. In Australien hingegen findet man einige Vertreter seiner Art. Alle Mitglieder der Python-Familie sind ovipar: Sie legen also Eier, zeigen sich aber im Gegensatz zu vielen Reptilien als vorzügliche Brutpfleger. Für ein Pythonweibchen ist es absolut typisch, dass es sich um seine Brut legt, um diese zu schützen und auf optimaler Temperatur zu halten.

Bei den Rautenpythons ist ein optisches Merkmal ganz besonders hervorstechend: Der Kopf setzt sich ganz deutlich vom Körper ab und ist sehr ausgeprägt. Der Rautenpython besitzt, wie fast alle Pythoninae, zusätzliche Sinnesorgane, die Labialgruben genannt werden, eine extrem starke Durchblutung aufweisen und über thermische Sensoren verfügen. Dadurch wird der Python in die Lage versetzt, selbst minimale Temperaturveränderungen wahrzunehmen. Eben wegen dieser Fähigkeit ist der Python bestens ausgerüstet, um auf die Jagd nach warmblütigen Säugetieren zu gehen - und dies selbst bei vollständiger Dunkelheit. Die Labialgruben, die in einer Schuppenreihe unter- bzw. oberhalb von Ober- und Unterlippe liegen, geben dem Python sein unverwechselbares Gesicht. Rautenpythons bilden ganz besonders feine und sehr glatte Schuppen aus, was ihnen, zusammen mit ihrem breiten Farbspektrum, oft ein besonders faszinierendes, optisches Erscheinungsbild gibt. Leuchtend gelb, grau, tiefschwarz oder grasgrün - in dieser Gattung ist alles vertreten.

Python regius Granit

Gemeinsam ist den Morelia leider auch, dass man all ihre Angehörigen auf der Liste der bedrohten Arten findet (Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens) und das ist, beschäftigt man sich näher mit diesen wunderbaren Tieren, eine sehr traurige Tatsache. Morelia beschränken sich übrigens auf ein Verbreitungsgebiet, das in etwa Papua-Neuguinea, Indonesien und Teile Australiens umfasst. Meine persönlichen Favoriten unter den Morelia sind der Baumpython - genauer gesagt: Der Grüne Baumpython (Morelia viridis) und der Teppichpython, hierbei ganz besonders der Jaguar Teppichpython (Morelia spilota mcdowelli), über die einige Informationen auf dieser Website zusammengetragen wurden.

Bei den Eigentlichen Pythons soll auf diesen Seiten der Fokus auf dem Königspython (Python regius) liegen, einer Art, die sich aufgrund ihrer relativ geringen Größe und ihres besonders friedfertigen Charakters besonders gut zur Haltung eignet. Die Heimat des Python regius erstreckt sich von West- bis Zentralafrika, wobei in Ghana, der Elfenbeinküste und Togo wohl die dichteste Population bestehen dürfte. Königspythons sind Savannenbewohner und stellen recht geringe Ansprüche an ihre Halter. Auch zur Haltung dieser Art haben wir im entsprechenden Teil der Website Informationen gesammelt.

Und da es nun einmal keine Regel ohne Ausnahme gibt, hat sich auch ein Vertreter der Boinae auf meine Favoritenliste "geschlängelt." Es handelt sich um die faszinierend schöne Hundskopfboa (Corallus caninus) und ihre entsprechenden Unterarten. Diese Tiere sind in erster Linie in Südamerika beheimatet und eignen sich meiner Erfahrung nach absolut nicht für Anfänger in der Terraristik, da ihre Pflege und Haltung einige Ansprüche stellt.

Weitergehende Informationen zu den von mir gehaltenen Tieren entnehmen Sie bitte dem Menüpunkt "Bestand". Hier finden Sie übrigens auch aktuelle Fotos.